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Wie spät ist's auf der Parkuhr?

Geschrieben von: Sandmann am 05.01.10  » Menschen und Maschinen - Artikel

Gut zu sehen, aber auch zu verstehen?Ein kurzer Gedanke zum neuen Jahr, heimlich still und leise am Rande des verschneiten Alltags. Kennen Sie diese Kleinigkeiten, die man immer und immer wieder nachfragen muss? Die man sich irgendwie niemals merken kann? Schreibt man das Wort Standard nun mit D oder mit T am Ende? Wo werden die H's bei Rhythmus gesetzt? Sind es zwei, oder ist es nur eines und wo dann? Was bedeutet die Ankunftszeit auf meiner Parkuhr? Ist das die Zeit, zu der ich mein Auto abgestellt habe oder ist es die Zeit, zu der ich wieder ankommen werde? Ist stehe mit meinem Audi V8 vor dem Kieler Hauptbahnhof und blicke ungläubig auf das dünne blaue Plastikteil. Ich habe das doch schon mal vor 20 Jahren bei der Fahrschule gelernt, oder nicht? Und ich parke doch nicht zum ersten mal mit der Legitimation des blauen Scheibchens. Ich fühle mich, als hätte ich die Pin meiner EC-Karte vergessen, sehe im Geiste 42 lauernde Beamte hinter allen Ecken und denke über die Konsequenzen nach...

UhrenvergleichNehmen wir einmal an, die eingestellte Ankunfstzeit markiert den Zeitpunkt, an dem ich mein Auto hier abstelle und es verlasse. So ist es glaube ich auch tatsächlich. Aber ist das nicht furchtbar für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ordnungsamts? Ich stelle 11.00 Uhr ein und darf hier maximal 30 Minuten stehen. Das ist doch ein einziges Gerechne, die armen Leute! Oder wenn es nicht klar 11.00 Uhr auf meiner Parkscheibe ist, sondern vielleicht 11.36 Uhr? Und das bei allen Autos in der Reihe? Kann man den Staatsbediensteten derartige Hirnakrobatik auf Dauer zumuten? Ich glaube nicht. Die armen Damen und Herren wollen doch ein einfaches GO oder NO für Ihre Überweisungsträgerdruckmaschine, die wollen doch nicht auch noch Nachhilfe in Mathe! Ich beginne zu zweifeln. Meine Möglichkeit, mir einen Vorteil zu verschaffen: Ich stelle eine spätere Uhrzeit ein und hoffe, dass nicht vorher jemand vorbei kommt. Denn dann muss auch nicht mehr gerechnet werden.

Elf Uhr?Oder stelle ich die Uhrzeit ein, an der ich wieder da bin? Bei der ich ankomme? Dann müsste ICH rechnen, denn ich müsste zur aktuellen Uhrzeit großzügig in diesem Fall 30 Minuten addieren. Ein emsiger Mitarbeiter der ticketschreibenden Fraktion hätte es in diesem Fall sehr viel einfacher. Er oder sie müsste nur die Uhrzeit auf der Parkscheibe mit der Uhrzeit am Handgelenk vergleichen. Ist es später, gibt's ein Knöllchen. Das ist doch kinderleicht. Würde in diesem Fall vielleicht lange Weile aufkommen? Fahrigkeit wegen permanenter Unterforderung, weil der Fahrzeughalter schon den ganzen Rechenkram erledigt hat? Vielleicht. Und vor allem: Wenn ich mir mit dieser Variante einen Vorteil verschaffen wollte, müsste ich eine spätere Zurückkomm-Zeit angeben und hoffen, dass erst viel später Politessen auftauchen. Denn diese müssten im Falle eines begründeten Verdachts dann von der eingestellten Zurückkomm-Zeit (der Ankunftszeit) umständlich die gestattete Parkzeit abziehen (minus ist ja immer ein bisschen schwerer als plus), dann mit dem Zeiteisen am Handgelenk vergleichen und erneut entscheiden, ob das eigentlich alles sein kann. Das könnte sie so verärgern, dass der Strafzettel gleich mit fadenscheinigen Begründungen (gelbes Licht, abgelaufener TÜV) doppelt so teuer wird. Und das will ja keiner.

Welche Variante wäre die bessere? Habe ich Aspekte vergessen? Und welche ist die richtige? Ich könnte das jetzt ja googeln, aber denke Sie doch auch mal darüber nach. Oder habe ich noch weitere Faktoren außer Acht gelassen?

Sandmann

 

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