Weiße Weihnachten? Hach - was war das schön. Frostiges Silvester, langsam fahrende Autos, eine in Watte gepackte Welt. Märchenhaft anmutend, irgendwie friedlich, kindlich wunderschön. Diese Wonneausbrüche sind inzwischen 6 Wochen her! Der Winter hat den Norden Deutschlands noch immer gepackt, und was anfangs einen Riesenspaß gemacht hat geht mir inzwischen gehörig auf die Nerven! Es schneit. Und das nicht erst seit gestern. Wer sein Auto einmal ein paar Tage stehen lässt, findet es anschließend kaum wieder. Schnee von oben, schnee von den Schneepflügen (wenn sie denn überhaupt bis in ihr Wohngebiet vorgedrungen sind), Schnee von überall. Der Weg zur Arbeit wird zur Rutschpartie, weil Petrus sich noch ein paar weitere gefährliche Späßchen erlaubt. Tagsüber Tauwetter mit Plusgraden, abends überfriert dann alles wieder. Ich will nicht mehr. Und Sie?
Von den Heizkosten wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst anfangen. Wohl denen, die einen Kaminofen ihr Eigen nennen! Gleichwohl mein Holzvorrat auch schon dramatisch schrumpft, aber das ist eine andere Geschichte. Seit Tief "Daisy", benannt nach der verstorbenen Katze eines zahlenden Namensgebers, uns die weiße Pracht nachhaltig auf die Mütze geweht hat hoffe ich jeden Morgen auf neues Tauwetter. Aber es kommt nicht. Auf Facebook regt man sich pöbelnd über Sommerreifen-Fahrer auf, die alle Kreuzungen blockieren. Die Nebenstraßen werden zu Eisbahnen, die Parkplatzsuche gestaltet sich abenteuerlich bis nicht durchführbar. Wo man einst parkte, parken jetzt Schneeberge. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle den zweiten (sehr verliebten) Pendelbeitrag verfassen, aber nein, ich muss mir erst einmal Luft machen!
AAAHHHHHH!!!! Ich will NICHT mehr!!! Es ist kalt, es ist dunkel und es ist zwischendurch auch noch nass. Es tropft überall rein, und am nächsten Tag friert es wieder. Denn Daisy blieb nicht allein. Ihr folgten reichlich Artgenossinen nach! Ela, Flora, Gesa und Heike, Ina, Jennifer, Keziban. Lali, Miriam und jetzt auch noch Natascha! Was ist mit den Frauen los? Was wollen die alle von mir?? Keine von diesen Tiefdruck-Damen heißt wie irgend eine Beziehung von mir, also sollen die mich doch bitte zufrieden lassen! Ohnehin finde ich es nachdenkenswert, dass Hochdruckgebiete nach Männern benannt werden. Ist das nicht ein bisschen sexistisch? Da verschwindet die Tatsache, dass diese Hochdruck-Männer zumeist gutes Wetter machen, doch fast ein wenig im Gelächter der Erkenntnis.
Nachbarschaftshilfe zeigt sich wieder von ihrer besten Seite - oder eben auch nicht. Da tauchen die lieben Eigenheimbewohner auf, die sich ob der Wetterlage unerwartet zu Schnee-Nazis entwickeln! Der eigene Weg und die Auffahrt werden täglich frei geschoben, kräftig gesalzen und das Auto als einziges Objekt der Begierde innerhalb der festgefahrenen Ehe regelmäßig abgefegt. Ihr Eigen-Schnee stapelt sich mitten auf der öffentlichen Straße oder rund herum um ihres Nachbarn Auto, hauptsache nicht auf dem eigenen Grundstück. "Der Stoffel von Nachbar hat das ja seit drei Tagen nicht bewegt". Überhaupt. Was für eine Frechheit, der hat gestern zuletzt Schnee in seiner Auffahrt geschoben, eigentlich könnte man auch gleich das Ordnungsamt verständigen! So etwas hätte es früher nicht gegeben. Hu ist das gruselig.
Das zumindest sehe ich persönlich recht gelassen. Mit Quattro komme ich in fast jede Parklücke rein und meistens auch wieder raus. Während andere Verkehrsteilnehmer schon an leichten Steigungen verzweifeln, wenn sie gezwungen werden, kurz anzuhalten. Linienbusse stehen quer, Menschen sitzen in ihren Autos und lassen die Räder auf der Stelle drehen, alle hupen und regen sich auf. Niemand steigt aus und schiebt. Doch. Ich! Das haben Sie ja schon im UPS-Blog gelesen. Mein Auto stand aber auch sonst schon mehrfach mit Warnblinker am Straßenrand, und ich sah mich am verschmutzten Heck eines Automobilisten sein Gefährt wieder auf Spur bringen. Warum auch nicht? So lange er (oder sie) da am Kurbeln ist komme ich doch ohnehin nicht weiter. Hey Winter - es reicht jetzt. Helfen Sie mir. Machen Sie einen Sonnentanz! Essen Sie immer fleißig Ihr Tellerchen leer, dann ist Frau Holle vielleicht milde gestimmt. Ich will Frühling! Wollen Sie mit?!
Sandmann
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