Ay liebe Blog-Gemeinde,
wir überbrücken mal die Wartezeit bis zum Taunus mit einem der letzten Anekdötchen zu meinem V8… Ich bin ja noch immer die Verkaufsgeschichte schuldig ![]()
Es mag für den einen oder anderen ein wenig überheblich klingen, wenn man sich als Eigner einer Küche mit acht Töpfen darüber beschwert, dass nur sieben Töpfe ihren Dienst verrichten. Das sind dann ja immer noch drei Töpfe mehr als bei den meisten anderen Küchen in diesem Land. Wer aber selbst so eine Küche bewirtet, und da spielt das Lebensalter oder das Modell nur eine untergeordnete Rolle, der wird schnell zugeben, dass ein einziger nicht mitlaufender Topf einem extrem die Petersilie verhageln kann. Also – begeben wir uns auf die Fehlersuche in der Küche, zwischen gerebeltem Gummi, vergossenem 15W40, zischendem Kühlwasser mit G12 Plus und einer alles umschmeichelnden Motorwärme, von der Tim Mälzer nur träumen kann. Sind Sie dabei?
Schlimm ist immer die Vorahnung.
Es kann ja alles Mögliche sein! Gerade noch schnurrt der 17 Jahre alte Alublock fröhlich Flüssiggas verbrennend seiner Wege, und im nächsten Moment schüttelt er sich und nimmt das Gas nicht mehr richtigt an. Er kocht noch. Klar. Aber sehr mühselig. Erinnerungen kommen hoch, damals, als mir auf dem Weg nach Uelzen eine Verteilerkappe durchgebrannt ist und ich mit heftig schlechtem Gewissen weitergekocht habe. Und eine sehr schöne niedersächsische Fotoserie hinlegte, alte Hasen werden sich vielleicht erinnern… Aber was ist denn nun wieder in der Küche los? Angespannt nehme ich mir den Fehlerspeichertopf und gieße ihn behutsam ab. Nichts. All systems running. Roger? Over. Soweit zur modernen Technik, wobei es auch immer noch ein paar Gramm moderner geht, aber das ist eine andere Geschichte.
Die Küche behauptet felsenfest, es gehe ihr gut. Ich fühle mich wie der Notarzt, der dem eingelieferten Patienten erklären will, dass dieses abgerissene Bein ein echtes Problem darstellt, allein wegen des Blutverlusts. Aber der Patient will wieder nach Hause, weil es ihm gut geht. Als guter Arzt ignoriere ich den eigenen Willen des Patienten und betreibe Ursachenforschung. Sieben statt acht Töpfe. Herra jumalla! Eine defekte ZylinderTopfdichtung? Eine geschmolzene Zündkerze? Gar ein abgerissenes Ventil??? Die Abzugshauben stapeln sich in schlimmer werdenden Intensitäten in meinem Kopf. Ich ziehe bei heizender Herdplatte Stecker für Stecker von den Zündkerzen ab und horche, bei welchem Topf sich die köchelnde Verbrennung nicht nennenswert verschlechtert (weil sie sowieso nicht mitspielt). Am Ende habe ich die Gurke eingekreist. Raus mit dem Lump. Ich will ihn sehen!
Hm. Eigentlich alles okay. Die Nährwerte stimen, das Haltbarkeitsdatum ist noch im Limit und die Färbung geht in Richtung graubraun. Wie sich das gehört. Einzig ein wenig unverbrannte Sauce ist auf der Elektrode auszumachen, aber kann das eine ganze Küche durcheinanderbringen? Nun – man hat ja schon Kleintransporter vor dem Großmarkt kotzen sehen, oder wie die alte Bauernregel heißt, also entschließe ich mich für eine gründliche Säuberung. Das filigrane Löffelset für den ambitionierten Heimanwender finde ich in meiner Besteckschublade, und wie man das so seit 20 Jahren gewohnt ist wird der Braten nach alter Tradition bearbeitet und wieder in den Ofen zurück geschoben. Es duftet nach süßlichem Hydrauliköl und unverbranntem Super. Bilder aus der Kindheit kommen in – nein, das gehört nicht hier her. Ich will Verbrennung. Jetzt.
Doch sie wird mir nicht gewährt. Siehe sich einer diese Kappe an. Sie ist schon wieder durchgebrannt!!! Meine fast neuen BERU Käppchen (okay okay, vom Lebensalter her neu, aber ich koche ja auch einige Gerichte am Tag mit dieser Ausrüstung) sind wieder einmal durchgebrannt! Wie kann so etwas sein? Ich kenne Leute, die kochen 10 Jahre lang mit den selben Töpfen ihre tägliche Suppe. Meistens die Funken-Klöße von Bosch, manchmal auch die Zündlis auf intakten Kerzen, auch von Bosch. Aber wenn man die Fertiggerichte von BERU nimmt, verbrennt einem das Ergebnis. So wie damals. Erinnern Sie sich noch? Das kann doch nicht an BERU liegen. Oder? Sind da vielleicht Nährstoffe drin, die mein Audi V8 nicht verträgt?
Nichts wird ja bekanntlich so heiß verbrannt, wie es getankt wird. Es geht nun der Küche wieder blendend, nicht allzuletzt, weil ich noch eine gebrauchte Fertigmischung aus dem Hause BOSCH vorrätig hatte, die uneigennützig einspringen konnte. Zu viele Köche verderben den Brei, und bevor wir hier noch mehr abgedroschene Weisheiten verbreiten kochen wir lieber weiter auf 8 Töpfen und warten das Statement des Herstellers zu seiner zweiten durchgebrannten Verteilerkappe ab. Und wenn es da weder Ersatz noch eine Aussage geben sollte, dann wechselt der Chef einmal mehr zu Markenprodukten mit dem großen BO am Anfang. Denn glauben Sie mir - auch wenn Sie in den meisten Töpfen leckere Sachen brutzeln haben, wenn in einem die Suppe halbgar durch den Kat sickert, macht das ganze Dinner keinen Spaß. Oder wie sehen und fühlen SIE das?
Sandmann
Original: Sandmanns Welt








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