Der Sommer, der keiner ist. Vielleicht finde ich es nicht so wahnsinnig schlimm, denn morgen Abend mache ich mich in Richtung Süden auf, mit Kindern und Kegeln und Rudolf, zeitdruckloses Schreiben in der Sonne. Aber das ist eine andere Geschichte. Gegen 17:30 Uhr hatte sich heute in Kiel der sowieso oft graue Himmel leicht verdunkelt, und es begann zu regnen. Ein bisschen mehr als sonst. Auf dem Westring, gleich neben der Autobahn, bin ich mit meinem Passat noch gerade so über den Fahrradweg und die Wiese dem entkommen, was sich dann zur Lokal-Nachricht des Tages entwickelte.
Wir sind hier oben an der Ostsee ja etwas verwöhnt, was Pegelstände betrifft.
Wenn es mal schüttet, dann läuft hier und da ein Keller voll, eine Katze muss von dem Baum gerettet werden, auf den sie sich geflüchtet hat und ein Gulli kommt mal hoch. Gähn. In einer Senke. Aber heute Abend war das wohl alles ein bisschen zu viel, als dass es in die Ostsee ablaufen konnte. Und es kam erstaunlich unvorbereitet.
Vielleicht werden einige hochwassergewohnte Flutgebietsbewohner unter Ihnen lachen beim Anblick dieser Bilder… aber für mich waren das schon recht spektakuläre Wassermassen. Auf der vierspurigen Einfallstraße ging auf Höhe der Berufsschulen kurz gar nichts mehr. Menschen staksen bis zu den Knien im Wasser, Autos bleiben stehen, regelrechte Fluten walgen die Straße runter. Der Grünstreifen und der Fahrradweg lagen da ein bisschen höher, also Warnblinker an und los.
Beherzt werden abgesoffene Autos von helfenden Händen mit dem dicken Jeep aus der Senke geschoben. Cool. Eigentlich bin ich auf dem Weg zu meinem Lieblingstischler Ralf, aber hier rolle ich mit offenem Mund erstmal ganz langsam weiter und überfahre noch fast ein paar fotografierende Passanten. Was stehen die hier auch auf dem Radweg rum?
Schön, wenn man nun nicht gerade mit dem Fahrrad unterwegs ist oder am Ende einer Senke das Auto geparkt hat. In Kiel gibt es keine Berge? Das Land ist flach? Na haben Sie eine Ahnung, was wir hier für abschüssige Straßen haben, die sich in reißende Bäche verwandeln können! Dieser Radfahrer hatte sich den Heimweg anders vorgestellt.
Diese Bilder von unserer Lokalzeitung sind zeitgleich zwei Straßen neben der etwas tieferen Pfütze gemacht worden, die ich umschiffen konnte. Großartig.
Mehr gibt’s da auch momentan gar nicht zu sagen
Ich bin froh, dass es morgen Nacht in den Süden geht. Von da aus werden wir uns dann mal wieder häufiger lesen, es wird wieder Zeit für den einen oder anderen Roadmovie
Bleiben Sie dran, und saufen Sie nicht ab!
Sandmann
Original: Sandmanns Welt










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