
Sorry, ich sollte die Story von Anfang an erzählen: Land Rover war da. In Hamburg-Stellingen. Hier in der Gegend sprießen die Ampeln nur so aus dem Boden – das ideale Stadtdschungel-Terrain für Landys neue Spritspartechnik, die erste für einen SUV (Sport Utility Vehicle): das Stopp/Start-System.
Zunächst gibt es das nur im Freelander, und dort auch nur in den Sechsgang-Schaltversionen mit Dieselmotor (TD4). Das Prinzip ist denkbar einfach: Mit Einschalten der Zündung ist das System aktiviert (es gibt einen Deaktivierungsknopf, falls man zum Beispiel im Gelände ständig die Motorkraft wünscht). Muss der Fahrer an einer Ampel halten, bringt er den Wagen zum Stillstand und schaltet in den Leerlauf – der Motor geht aus, ein „Eco“-Symbol in den Armaturen bezeugt den Standby-Zustand des Motors. Will er wieder losfahren, drückt einmal das Kupplungspedal – der Motor startet wieder. Laut Land Rover spart die Technik 0,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer (jetzt 6,7 Liter, Einsparung elf Prozent gegenüber dem vergleichbaren Freelander ohne eco), der CO2-Ausstoss soll um acht Prozent geringer sein (179g/km). In Grossstädten sollen sogar bis zu 20 Prozent Sprit gespart werden können.



Auf zur Testfahrt. Schade, in den ersten Minuten funktioniert die Technik nicht. Alle Systeme müssen erst einmal Betriebstemperatur erreichen. Aber dann ist es völlig einfach. Erste Einsicht bei so viel Stille vor den Ampeln: Erstaunlich, wie oft und wie viel Zeit man vor dem ungeliebten Rotlicht verschwendet. Schnell ist gelernt, den Fuß von der Kupplung zu nehmen und nicht mit eingelegtem ersten Gang und Fuß auf dem Pedal auf Grün zu warten. Stopp/Start braucht allerdings Energie. Wer also Licht, Klimaanlage, Musikanlage noch ein paar Verbraucher mehr ständig laufen lässt, muss damit rechnen, dass sich das System ausschaltet. Oder dass sich der Motor von selbst einschaltet – und dann den dämmernden Fahrer erschreckt (s.o.).



Damit das System komfortabel arbeitet, musste Land Rover so einiges am Auto ändern. Um den Motor ohne Rütteln abstellen und wieder Anlassen zu können, wurde die Software geändert, die Drosselklappe wird geregelt geschlossen und die Kraftstoffzufuhr linear reduziert. Außerdem wird beim Vorgang der Generator still gelegt. Unter anderem wurde auch der Anlassermotor wurde neu entwickelt, er ist jetzt dreimal so haltbar wie vorher. Ein Batterieüberwachungssystem kümmert sich um den Ladungszustand. Ein Spannungsqualitätsmodul sorgt dafür, dass trotz abgeschaltetem Motor alle Verbraucher wie Klimaanlage oder Radio weiter laufen. Kleiner Gimmick: Eine neue Gangwechselanzeige soll den Piloten zusätzlich zu Sprit sparender Fahrweise animieren.
Das Schönste zum Schluss: Jeder Freelander TD4 bekommt das System ohne Aufpreis – der SUV kostet weiterhin 29900 Euro.


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