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Studie: Deutsche Automobilindustrie im Bremserhäuschen

Written by Thomas am 11.06.12  » Visions - Via Blog

ElektromobilitätEine steigende Anzahl der Experten identifiziert die deutsche Automobilindustrie als Bremser in Sachen Elektromobilität und sie wünscht sich eine Kaufanreizprämie.

Dies ergab die Trendstudie Elektromobilität 2012 des auf den Themenbereich nachhaltige Mobilität spezialisierten Beratungsbüros Warnstorf / Berdelsmann / Consulting (Hann. Münden / Bremerhaven).

Ganzheitlicher Ansatz fehlt

„Sehr viele im Mobilitätsbereich tätige Personen – von (Technik-)Entwicklern über Stadtplaner bis hin zu Bloggern – beziehen eine zunehmend differenzierte Position. In ihren Augen fehlt schlicht der ganzheitliche Ansatz, nebst der Bereitschaft Partikularinteressen und Selbstverwirklichungs-denken außen vor zu lassen. Nachhaltige Mobilität heißt für diese Experten nicht: ´Ersetze Verbrennungsmotor durch Elektromotor´. Vielmehr sind hier multimodale Verkehrs- und Mobilitätssysteme gemeint“, erläuterte einer der Autoren Dieter Berdelsmann.

Dienstwagenbesteuerung muss geändert werden

Hier sei insbesondere die Politik gefordert. Die im Übrigen auch bezüglich ihrer Fördermaßnahmen immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Mit Ausnahme der (wenigen) Profiteure beklagten die meisten Fachleute eine zu zögerliche und vor allem wenig zielführende (Förder-)Politik. „Einerseits bewerbe man mit Millionensummen den umweltfreundlichen Geschäftsbereich Elektrofahrzeuge, andererseits konterkariere man eben diese Bemühungen indem man mit dreistelligen Millionensummen (Dienstwagenprivileg) die massive Zunahme der großen, schweren Spritschlucker subventioniere“, erklärte einer der Autoren Jörg Warnstorf.

Kaufanreizprämie: Klare Positionierung der Politik gefordert

In einer der zentralen Fragen: „Welche Anreize muss die Politik schaffen, um die Entwicklung der Elektromobilität effektiv voran zu bringen?“ findet diese Politik kritische Einstellung ihren Widerhall. So wünschten sich nunmehr 48 % eine Kaufanreizprämie. 29 % der Befragten waren der Meinung, dass mehr Forschungsgelder erforderlich seien, um der Elektromobilität den Marktzugang zu ermöglichen. Und 23 % meinten mehr Gesetze (und Verordnungen) würden helfen. „Selten hat sich die Bewertung eines weichen Faktors innerhalb eines Jahres so massiv verändert. Viele Experten unterlegten dabei ihre Auswahlentscheidung mit Randbemerkungen wie: die Politik sollte über die Einführung einer Kaufanreizprämie endlich klar Stellung beziehen“, so Warnstorf weiter.

Fachleute sprechen von Stagnation

Die eher ernüchternde Stimmung in der Branche – 51 % der befragten Fachleute beantworteten die Frage „Wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität?“ mit: ´Stagnation´ – hat die Autoren dazu veranlasst, die Systemfrage zu stellen: „Ist die heutige Verkehrs-, Mobilitäts- und Stadtplanung überhaupt kompatibel mit der Elektromobilität?“ Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Mobilisierung via Verbrennungsmotorfahrzeugen und den sie fördernden Umgebungsparametern (schneller, schwerer, weiter, stärker – insb. gefördert durch billiges Öl) Strukturen geschaffen haben, die sich nicht mit der Elektromobilität (langsamer, leiser, näher) vertragen.

Hersteller wollen “stark, laut, schnell” verkaufen

Heute wird vorrangig Verkehrsinfrastruktur für Verbrennungsfahrzeuge ausgebaut. Dazu werden täglich – insbesondere in der Werbung – gesellschaftliche Mobilitätserwartungen geweckt, die in Richtung stark, laut, schnell und weit gehen. Gleichzeitig fordert man jedoch Millionen von Elektroautos auf den Straßen. Das passt beim besten Willen nicht zusammen. So kann – nach Ansicht der Autoren – nachhaltige Elektromobilität nicht gelingen.

greenmotorsblog.de – Quelle: www.oekonews.at


Original: Hybrid, Elektro, Gas, Brennstoffzelle … - greenmotorsblog.de


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